Deutschlands Open Public Data Maturity Fast-Tracker mit Entwicklungspotential

Veröffentlicht von Esther Schneidenbach am

Deutschlands Open Data Maturity – Fast Tracker mit Entwicklungspotential

Ergebnisse aus dem Data Maturity Report 2020 des European Data Portals

Open Public Data Maturity in Europa

Ende letzten Jahres wurde erneut der jährliche Data Maturity Report des European Data Portals veröffentlicht.

Seit 2015 werden im Data Maturity Report die Entwicklungen im Bereich der Open Data Bereitstellung in den EU-Staaten einschließlich der EFTA Staaten Liechtenstein, Norwegen und die Schweiz untersucht. Im Bericht von 2020 wurde neben den 27 EU-Staaten auch das Vereinigte Königreich evaluiert und erstmalig die Länder Azerbaidschan, Georgien, Moldawien und die Ukraine mit einbezogen. Der Report untersucht die Data Maturity (Datenreife) der Länder anhand der Hauptbereiche Policy (Regularien), Impact (Wirkung), Portal (Portal) und Quality (Qualität).

Auf europäischer Ebene kommt der Bericht zu dem Ergebnis: „Europe is well on track towards achieving the goals set at European level regarding open data and making it available so citizens can re-use it.“ (Data Maturity Report 2020, 5). Demnach scheint sich Europa allgemein auf einem guten Weg zu befinden, Daten zugänglich und wiederverwendbar bereitzustellen.

Balkendiagramm aus dem Data Maturity Report 2020 mit der Darstellung der Data Maturity aller untersuchten Staaten einschließlich der Durchschnittsermittlung

Abb. 1: Quelle: Data Maturity Report 2020, Grafik 2, S. 6: “The overall open data maturity scores of the 2020 assessment” (CC-BY European Data Portal, Data Maturity Report 2020)

Deutschland “Fast-Tracker”

Fact-Sheet zu Deutschlands Data Maturity 2020
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Grafiken Data Maturity Deutschland 2019

Im Ranking des Maturity Levels der Open Public Sector Daten aller evaluierten Länder hat Deutschland 2020 im Vergleich zu 2019 einen erheblichen Sprung nach vorne gemacht. 2019 mit Rang 13 noch als „Follower“ eingestuft, ist Deutschland 2020 nun auf Rang 8 und damit an der Spitze der „Fast Tracker“ (s. Abb. 2 & Abb. 3).

In drei der vier Hauptuntersuchungsschwerpunkten Policy, Portal und Impact liegt die Entwicklung in Deutschland mittlerweile weit über dem ermittelten Durchschnitt aller 27 EU-Staaten (Detaildarstellung s. Abb. 4 & Abb. 5).

Ergebnisse Deutschlands in den vier Untersuchungsschwerpunkten 2019
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Ergebnisse Deutschlands in den vier Untersuchungsschwerpunkten 2020
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Deutschlands Entwicklungspotential: Qualität

Einen Wermutstropfen gibt es jedoch: gerade im Bereich Quality konnte Deutschland 2020 bei der allgemeinen Entwicklung der EU-Staaten nicht mithalten. Für die 27 EU-Staaten wurde im aktuellen Report gerade hier ein erheblicher Aufwärtstrend festgestellt im Vergleich zu 2019 (Data Maturity Report 2020, 5). Die Verbesserung der Qualität der Daten läuft einher mit der Gewährleistung von Interoperabilität. Im Report wird hier besonders auf den Austausch innerhalb der jeweiligen Länder aber auch über Landesgrenzen hinweg durch verbesserte Computersysteme hingewiesen (Data Maturity Report 2020, 5). Nicht erwähnt wird, dass neben technischen Maßnahmen zur Steigerung der Qualität weitere Schritte grundlegend sind, hierzu gehören unter anderem zunächst  die Herausbildung des allgemeinen Bewusstseins für das Potential dieser Daten, außerdem die Festlegung und Einhaltung von Metadatenstandards sowie die Schulung zum Umgang mit digitalen Daten – um nur drei weitere Handlungsfelder zu nennen.

Festzuhalten ist, dass um das Wertschöpfungspotential digitaler Daten tatsächlich auszukosten, die Verbesserung der Qualität der Daten und die erst hierdurch mögliche Steigerung der Interoperabilität grundlegend sind.
Deutschland ist jedoch bezogen auf die Qualität der Open Public Data im allgemeinen Vergleich unter den 27 EU-Staaten auf Platz 21 und somit auch im Vergleich zum letzten Jahr um drei Plätze gefallen (siehe Abb. 2 & Abb. 3).

Um so mehr ist ein FAIRes Datenmanagement von besonderer Bedeutung!

[*Anmerkung zur Abbildung 2: Im Report 2020 wird der Rang Deutschlands 2019 mit 12 angegeben, jedoch lag dieser im Report 2019 bei Rang 13. Ob dies durch die verringerte Anzahl an Mitgliedsstaaten der EU in 2020 begründet ist, ist nicht nachvollziehbar].

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